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Sulz am Neckar, 23.11.2018

 

Stellungnahme des Herstellers VBM Medizintechnik GmbH zur aktuellen Diskussion bezüglich der Anwendung des Larynx-Tubus im Sanitätsdienst

 

Eine große deutsche Hilfsorganisation hat entschieden, die Schulung der supra- oder extraglottischen Atemwegshilfsmitteln (SGA/EGA), darunter auch der Larynx-Tubus, aus den Schulungsunterlagen der Sanitätsausbildung zu streichen.

 

Dabei bezieht sich die Organisation auf eine S1 Leitlinie „Prähospitales Atemwegsmanagment“, die noch nicht veröffentlich wurde und erst zum Jahresende finalisiert werden soll.

 

Der Larynx-Tubus funktioniert gut in entsprechend geschulten Händen, was unter anderem durch die kürzlich veröffentlichte „PART-Studie“ mit einer initialen Erfolgsrate der Atemwegssicherung von 90,3% bei Patienten mit Kreislaufstillstand belegt wird. In dieser randomisierten, multizentrischen Studie an 3004 Patienten fanden sich bei Atemwegssicherung mit dem Larynx-Tubus signifikant bessere Ergebnisse im Vergleich zur initialen endotrachealen Intubation bezüglich der Überlebensrate nach 72 Stunden, ROSC, Überlebensrate nach Krankenhausentlassung und neurologischem Outcome (Wang et al. 2018). Verletzungen im Oro- und Hypopharyngealbereich wurden dabei nur in 0,2% der mit Larynx-Tubus ventilierten Patienten beschrieben, Schwellungen in 1,1% (versus 1,0% für die Patienten mit endotrachealer Intubation).

 

Berichtete Komplikationen zum Larynx-Tubus sind in der Literatur adressiert und von VBM im Produktdesign berücksichtigt worden. Seit 2017 werden nur noch Larynx-Tuben der 2. Generation mit Absaugkanal angeboten, um einer Aspiration vorzubeugen. Das Füllvolumen für die Cuffs wurde bereits 2014 stark reduziert und der Effekt klinisch belegt (Kriege et al. 2017). Gleichzeitig wurde der Verpackung ein Herstellerhinweis beigelegt, welcher auf den hohen Stellenwert des Cuffdruckmonitorings bei längerer Lage des LTS-D hinweist.

 

Hauptargument für die Streichung von Larynx-Tubus und aller anderen SGA/EGA in der Sanitätsausbildung ist der Mangel an Training am Patienten unter kontrollierten klinischen Bedingungen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass auch andere Techniken – gerade die Maskenbeatmung, aber auch die Thoraxkompression – in diesem Bereich praktisch ausschließlich an geeigneten Modellen und Puppen geübt werden können.

 

Sorgfältige Ausbildung ist nicht nur im Sanitätsdienst wichtig. Seit 2017 bietet VBM ein „Top Trainer“ Seminar als Multiplikatorenschulung an, welches von erfahrenen Dozenten durchgeführt wird. Dabei werden theoretisches Wissen und praktische Übungen in unterschiedlichen Situationen in einem Tageskurs vermittelt.

 

Uns stellt sich die Frage: Wie viele Anwendungen sind am Patienten im Vergleich zur SGA/EGA nötig, um die Maskenbeatmung erfolgreich zu beherrschen? Es scheint zielführender, die Ausbildung mit SGA/EGA zu optimieren, anstatt gut funktionierende Hilfsmittel zur Atemwegssicherung aus der Sanitätsausbildung zu verbannen.

 

Für VBM spielt die Lebensrettung eine zentrale Rolle – dieser Grundgedanke ist tief in unserem Handeln und unseren Produkten verankert. Der Larynx-Tubus wird aufgrund des nachweisbaren Nutzens in vielen Fällen dabei weiterhin fester Bestandteil sein.

 

Gez., Carina Bertram und Frank Hägele

Geschäftsführung VBM Medizintechnik GmbH

 

Kontakt und weitere Informationen hierzu:

VBM Medizintechnik GmbH Tel.: 07454 9596 0 E-Mail: info@vbm-medical.de

 

Quellen:

Kriege M, Alflen C, Eisel J. et al. „Evaluation of the optimal cuff volume and cuff pressure of the revised laryngeal tube “LTS-D” in surgical patients.” BMC Anesthesiol 17 (2017): 19.

 

Wang, Henry E., et al. "Effect of a strategy of initial laryngeal tube insertion vs endotracheal intubation on 72-hour survival in adults with out-of-hospital cardiac arrest: a randomized clinical trial." JAMA 320.8 (2018): 769-778.